ECRA-Mitglied Lisa Kühne

"Ziel des geplanten Projekts ist die Entwicklung, Erweiterung und Evaluation von digitalen Werkzeugen zur Entscheidungsunterstützung in deutschen Gesundheitsämtern im Kontext der SARS-CoV-2-Pandemie."

Corona: Können digitale Werkzeuge den Gesundheitsämtern bei der Kontaktnachverfolgung helfen?

Hintergrund
Die Gesundheitsämter stehen weiterhin vor großen Herausforderungen bei der Eindämmung der SARS-CoV-2-Pandemie. Infektionen werden weiterhin kontinuierlich auftreten, insbesondere mit weiteren Öffnungen im öffentlichen Leben wird eine höhere Zahl von Neuinfektionen in Gruppensettings erwartet. Dies wird die Gesundheitsämter stärker belasten, da sie bei jedem Infektionsfall die Kontaktpersonen nachverfolgen, Testergebnisse erfassen und unter Umständen eine Quarantäne anordnen müssen. Darüber hinaus nehmen die Gesundheitsämter eine Vielzahl von Aufgaben des öffentlichen Gesundheitsdienstes wahr, die Personal binden. Mit unserem Projekt unterstützen wir die Gesundheitsämter dabei, mit Hilfe von statistischen Risikoabschätzungen effiziente Entscheidungen zu treffen.

Forschungsziel
Ziel des geplanten Projekts ist die Entwicklung, Erweiterung und Evaluation von digitalen Werkzeugen zur Entscheidungsunterstützung in deutschen Gesundheitsämtern im Kontext der SARS-CoV-2-Pandemie. Die entstehende digitale Unterstützung basiert auf statistisch-epidemiologischen Modellen und adressiert verschiedene Fragestellungen, die sich in den Gesundheitsämtern bei der Nachverfolgung von Kontaktpersonen sowie der Anordnung und ggf. Aufhebung von Quarantäneauflagen ergeben. Bestehende Entscheidungsprozesse werden effizienter und präziser gestaltet, indem objektive fallbezogene Informationen nach aktuellen epidemiologischen Erkenntnissen nachvollziehbar zu einer Entscheidungshilfe aufbereitet werden. zu einem Entscheidungsunterstützungssystem.

Schritte
Um einen breiten Einsatz des Tools empfehlen zu können und damit eine bundesweite Anwendung in Gesundheitsbehörden zu ermöglichen, werden die behandelten Fragestellungen mit Hilfe anderer Gesundheitsbehörden aktualisiert, verfeinert und erweitert. Bei Bedarf können weitere Anwendungsfälle modelliert werden, z.B. unklare Situationen wie Gruppentreffen, an denen eine kranke Person teilgenommen hat, aber im Verlauf nach dem Treffen eine große Anzahl der anderen negativ getestet wurde. Mittels Evidenzsynthese durch systematische Recherchen werden wir die Modellparameter identifizieren und quantifizieren. Experten für statistische Modellierung, Programmierung und praktische Anwendung validieren die zugrunde liegenden Modelle. Diese Modelle werden in einem digitalen Tool dargestellt, das den Mitarbeitern der Gesundheitsämter zur Verfügung gestellt wird. Um eine breite Nutzbarkeit zu gewährleisten, wird die Anwendung von einigen Mitarbeitern der Gesundheitsämter evaluiert und auf Basis dieser Ergebnisse angepasst. Darüber hinaus werden mögliche Barrieren für die Umsetzung in den Gesundheitsämtern sowie technische und ergonomische Anforderungen identifiziert und angesprochen.

Sprecher

Prof. Dr. Hajo Zeeb
E-Mail: zeeb(at)leibniz-bips.de
Tel: +49 421 21856902
Fax: +49 421 21856941

 

Kontakt

Dr. Moritz Jöst
E-Mail: joest(at)leibniz-bips.de
Tel: +49 421 21856755
Fax: +49 421 21856941

Presse

Rasmus Cloes
E-Mail: cloes(at)leibniz-bips.de
Tel: +49 421 21856780
Fax: +49 421 21856941

Partner

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