Forschungscluster 2: "Bedarfsgerechte Public Health-Technologie"

Während das digitale Gesundheitswesen grundlegend neue Wege zur Bereitstellung individuell zugeschnittener Inhalte zur Prävention und Gesundheitsförderung für verschiedene Bevölkerungsgruppen ermöglicht, sind umfassende Evaluierungen digitaler Public-Health-Programme noch selten und geeignete Evaluierungsparadigmen müssen erst noch entwickelt werden. Es besteht ein Bedarf an eingehender Forschung und systematischer, konzeptioneller Arbeit durch interdisziplinäre wissenschaftliche Ansätze. Der Leibniz ScienceCampus Bremen Digital Public Health (LSC DiPH) hat sich zum Ziel gesetzt, die interdisziplinäre Forschung im spannungsgeladenen und schnelllebigen wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Umfeld der digitalen öffentlichen Gesundheit voranzutreiben.

Im Forschungscluster 2 (WP2) „Need-based Public Health Technology" konzentrieren wir uns auf das Verständnis, wie Technologien individuelle und gemeinschaftliche Gesundheitsbedürfnisse unterstützen können. Innerhalb des WP2 werden wir uns auf drei Hauptaspekte konzentrieren.

  • Nachdem wir die individuellen und gemeinschaftlichen Gesundheitsbedürfnisse identifiziert und beschrieben haben, entwerfen, entwickeln und evaluieren wir zunächst neuartige Schnittstellen für Einzelpersonen und Gemeinschaften, um Daten für digitale Public-Health-Programme und Spezialisten bereitzustellen.
  • Darüber hinaus erforschen wir neuartige automatisierte Ansätze zur Erkennung positiver und negativer Auswirkungen sowohl physischer als auch virtueller Umgebungen auf die öffentliche Gesundheit.
  • Dies ermöglicht es uns in einem dritten Schritt, neuartige personalisierte Interventionen zur Prävention und Gesundheitsförderung für verschiedene Bevölkerungsgruppen bereitzustellen.

Da die Technologien sehr dynamisch und schnell voranschreiten, ist es wichtig, einen adaptiven und iterativen Prozess zu ermöglichen. Wir werden einen nutzerzentrierten Design-Ansatz verfolgen, da wir glauben, dass das Verständnis der Bedürfnisse der Benutzer sowie die Bereitstellung eines hohen Grades an Benutzerfreundlichkeit und Benutzererfahrung der Schlüssel zur Entwicklung erfolgreicher, digitaler Interventionen im Bereich der öffentlichen Gesundheit sind. Dies beinhaltet, ist aber nicht beschränkt auf Iterationen zwischen theoretischer Reflexion, dem Bau von Prototypen und formellen und informellen Tests mit Benutzern. Innerhalb jedes Jahres planen wir mehrere Iterationen, in denen theoretische Fragen und Erkenntnisse, die durch die Reflexion empirischer Beobachtungen gewonnen werden, in die Entwicklung von Prototypen einfließen, um die Theorien zu bewerten und zu erforschen. Auf diese Weise wollen wir ein besseres Verständnis der Benutzerbedürfnisse, Interessen und Perspektiven der digitalen Technologien für die öffentliche Gesundheit gewinnen.

Die Forschung in diesem Bereich wird formative Forschung mit konzeptuellen Arbeiten zur digitalen Innovation verbinden, um implizite Bedürfnisse zu identifizieren, die über den bewussten Bereich der individuellen und gemeinschaftlichen Nutzer sowie der Akteure des öffentlichen Gesundheitswesens hinausgehen.

Zu den Experten gehören Wolfang Ahrens, Ingrid Darmann-Finck, Ulrike Haug, Lucia Reisch, Heinz Rothgang, Johannes Schöning, Tanja Schultz, Karin Wolf-Ostermann und Hajo Zeeb.

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