ECRA-Mitglied Stefanie Do:

"Mein Forschungsziel ist die Entwicklung eines gesamteuropäischen Ansatzes zur Bewertung der Auswirkungen der Politik auf das Gesundheitsverhalten."

Das Forschungsziel ist die Entwicklung eines gesamteuropäischen Ansatzes zur Bewertung der Auswirkungen der Politik auf das Gesundheitsverhalten, der die Anwendung eines Konsens-Satzes von etablierten, relevanten Indikatoren erfordert - einschließlich digitaler Messungen, wo dies möglich und/oder geeignet ist.

Insbesondere versuchen wir, Schlüsselindikatoren für die Auswirkungen politischer Maßnahmen und das Potenzial für ihre Übernahme durch große EU-Überwachungssysteme zu ermitteln. Dies erfordert einen iterativen dreistufigen Konsultationsprozess, der von Experten aus Forschung, Politik und Überwachung (z.B. STOP, CO-CREATE, HBSC, WHO COSI, EFSA, EHIS) und Überwachungssystemen (z.B. OECD, EC DG SANTE, WHO, Eurostat) durchgeführt wird, um ernährungsbedingte und körperliche Bewegung/sedentäres Verhalten (PA/SB) sowie Gesundheits- und Ungleichheitsindikatoren auszuwählen. Die Schlüsselindikatoren werden dann mit verfügbaren europäischen Datenbanken abgeglichen, gefolgt von der Identifizierung geeigneter Instrumente zur Messung der Schlüsselindikatoren - vorzugsweise unter Verwendung objektiver und digitaler Messinstrumente, die bestehende Erhebungsfragebögen in Teilstichproben ergänzen können.

Das BIPS wird ein Protokoll zur Realisierung der Implementierung eines solchen harmonisierten Überwachungs- und Beobachtungssystems entwickeln, das die Verwendung harmonisierter Überwachungsdaten aus ausgewählten europäischen Datenbanken erleichtert. Als ergänzende Komponenten können digitale Messinstrumente über bestehende Überwachungssysteme hinweg eingesetzt werden, um qualitativ hochwertige Daten für die Bewertung der Auswirkungen von Politik zu erhalten.

Geplanter Forschungsentwurf

Als Teil der Joint Programming Initiative on a Healthy Diet for a Healthy Life (JPI HDHL) zielt das Policy Evaluation Network (PEN) darauf ab, ein paneuropäisches Monitoring- und Überwachungssystem einzurichten, das harmonisierte Daten zu Schlüsselindikatoren für Ernährungsverhalten, PA und SB sowie deren Determinanten auf der Ebene des Individuums, des Settings und der Bevölkerung liefert, um die Bewertung der Auswirkungen politischer Interventionen zu verbessern. Dies erfordert die Entwicklung und Anwendung universeller Indikatoren, um notwendige Basisinformationen zu sammeln und den Fortschritt für einen bestimmten Politikbereich zu überwachen. Dennoch ist die Vergleichbarkeit der Prävalenz ungesunder Verhaltensweisen und Gesundheitsergebnisse zwischen den Ländern sowohl für die nach unten als auch für die nach oben gerichteten Faktoren begrenzt. Dies ist auf den Mangel an vergleichbaren Indikatoren zurückzuführen, die nach den gleichen standardisierten Protokollen mit objektiven Messinstrumenten gemessen werden, wie z.B. die Sammlung von Bioproben oder die Verwendung digitaler Hilfsmittel.

Zunächst wurde in drei Konsultationsrunden ein Priorisierungsprozess eingeleitet, der zu einer Reihe von Schlüsselindikatoren führte, die von 40 EU-Experten bestätigt wurden. In einem nächsten Schritt wurden alle Schlüsselindikatoren mit Variablen in bestehenden paneuropäischen Überwachungs- und Monitoring-Systemen abgeglichen, darunter auch Daten, die derzeit für die Politikevaluierung zur Verfügung stehen. Dieser so genannte Mapping-Prozess beinhaltete eine Bewertung der Eignung der vorgeschlagenen Variablen für die Messung ausgewählter Indikatoren. Die Überwachungssysteme, die einschlägige Variablen lieferten, wurden dann im Hinblick auf die geographische Abdeckung und die Häufigkeit der Datenerhebung priorisiert. Zusammengehörige Indikatoren und ihre ursprünglichen Datenbanken ergaben einen durchsuchbaren Katalog, der den wichtigsten Interessengruppen die Möglichkeit bietet, die verfügbaren EU-Indikatoren für die Evaluierung von Gesundheitspolitiken einzusehen.

Neben standardisierten Fragebögen können objektive Messgrößen aus digitalen Instrumenten, wie z.B. Fitness-Armbänder, die Harmonisierung der Daten in einem möglichen Zusatzmodul erleichtern. Ihre Integration kann zu einer höheren Validität und Qualität der Daten bei der Beurteilung regionaler und zeitlicher Trends beitragen. Geeignete Instrumente müssen die folgenden Kriterien erfüllen: (a) sie müssen für den Einsatz in einem interkulturellen Kontext gültig und zuverlässig sein; (b) sie sollten sich so weit wie möglich mit Methoden und Instrumenten überschneiden, die bereits von den derzeitigen Systemen verwendet werden; (c) sie müssen leicht anwendbar sein, um robuste Schätzungen zu liefern und (d) sie sollten erschwinglich sein. Zu den validierten Beispielen, die sich für Überwachungszwecke eignen, gehören Beschleunigungsmesser für SB (activPAL) und für PA (Actigraph). Letzterer wird zusätzlich zum PA-Fragebogen in einer Unterstichprobe des Deutschen Gesundheits-Interview- und -Untersuchungs-Survey für Kinder und Jugendliche (KiGGS) verwendet.

Unser letztendliches Ziel ist die Entwicklung eines Protokolls, das (a) den Konsens der Monitoring- und Überwachungsinitiativen und der Interessengruppen über das gemeinsame Vorgehen während des zukünftigen Harmonisierungsprozesses, (b) Konsultationen zu den europäischen Datenschutzbestimmungen, (c) klare Empfehlungen zu Schlüsselindikatoren und Instrumenten für den zukünftigen Einsatz in Überwachungssystemen und (d) den Aufbau einer nachhaltigen Infrastruktur für die zukünftige Bewertung harmonisierter Indikatoren umfasst. Zur optionalen Verwendung in Zusatzmodulen werden objektive Messinstrumente in bestehenden Überwachungssystemen auf der Grundlage von Kriterien wie Durchführbarkeit weiter untersucht.

Kontakt

Stefanie Do, M.Sc.

Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie - BIPS

Abteilung für epidemiologische Methoden und Ätiologieforschung

Achterstraße 30

28359 Bremen, Deutschland

Telefon: +49 (0)421 218-56880

E-Mail: dostef@leibniz-bips.de

Websites: BIPS| Research Gate

Zurück zur Projektübersicht

Image