Forschung

Der neue Leibniz-WissenschaftsCampus Digital Public Health in Bremen wird sich unter anderem der Frage widmen, wie sich digitale Technologien effektiv, fair und mit den Prinzipien der Menschenwürde vereinbar in Prävention, Gesundheitsförderung und weitere Public Health Aufgaben integrieren lassen.

Aktuelle Forschungsfelder

Evidenzbasierung in DigitalPH: mittels Systematischer Reviews und kontrollierter Studien werden eHealth und mHealth Interventionen untersucht, zum Beispiel in Bezug auf die Förderung körperlicher Aktivität durch gezielte digitale Unterstützung

Akzeptanz und Nutzersicht auf digitale Public Health Ansätze: mit unterschiedlichen Verfahren untersuchen wir, was Nutzer*innen erwarten und welche Erfahrungen sie machen.

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Research Cluster des LSC DiPH

Die zentralen wissenschaftlichen Fragestellungen unterteilen sich in vier Forschungscluster, die jeweils ein erfahrener Wissenschaftler koordiniert. Die besondere Stärke des LSC liegt dabei in den interdisziplinären Expertenteams, die in den Clustern zusammenarbeiten und so von unterschiedlichen Expertisen profitieren. Im Folgenden finden Sie eine kurze Zusammenfassung der vier Research Cluster:

Forschungscluster 1

Das Forschungscluster 1 entwickelt wir einen systematischen Rahmen für die Nutzung und Bewertung digitaler Technologien im Gesundheitswesen. Die Arbeit in diesem Research Cluster befasst sich beispielsweise mit den wichtigsten Herausforderungen im Bereich der öffentlichen Gesundheit, indem Modelle formuliert werden, die Gesundheitsergebnisse und -determinanten miteinander verknüpfen. Anschließend wird festgelegt, ob und wie digitale Technologien in die Entwicklung wirksamer Interventionen integriert werden können.

Eine zentrale Herausforderung bei der Forschung über und mit digitalen Technologien im Gesundheitswesen besteht darin, dass die Entwicklung bisher hauptsächlich durch das Potenzial neuer technologischer Entwicklungen vorangetrieben wurde, anstatt die Entwicklungen auf wichtige Funktionen und Bedürfnisse des öffentlichen Gesundheitswesens abzubilden - ein Manko, das zumindest teilweise auf das Fehlen eines systematischen Rahmens für solche Funktionen und Bedürfnisse aus Sicht des öffentlichen Gesundheitswesens zurückzuführen ist.

Unsere Arbeit in diesem Forschungscluster wird einen solchen umfassenden Rahmen für die Entwicklung, Nutzung und Bewertung digitaler Technologien im Gesundheitswesen sowohl für den Einsatz in der Forschung als auch in der angewandten Praxis des öffentlichen Gesundheitswesens bieten. Wir werden Modelle entwickeln, die Gesundheitsergebnisse mit Determinanten verknüpfen, die durch digitale Gesundheitstechnologien angegangen werden können, und gleichzeitig die relevanten rechtlichen und soziokulturellen Aspekte, die gesundheitliche Gerechtigkeit und die Anforderungen an die Technologieentwicklung skizzieren. Das Rahmenwerk wird mögliche Ansatzpunkte für digitale Interventionen im Bereich der öffentlichen Gesundheit identifizieren und gemeinsame Begriffe und gemeinsame Konzepte für die interdisziplinäre Zusammenarbeit definieren.

Wir werden ein Rahmenkonzept zur digitalen öffentlichen Gesundheit durch einen iterativen Prozess entwickeln und dabei die rasche Entwicklung der digitalen Gesundheitstechnologie-Landschaft berücksichtigen. Die Einbeziehung von Interessengruppen während des gesamten Entwicklungsprozesses wird die Berücksichtigung aller relevanten Perspektiven sicherstellen. Wir werden verschiedene Arten wissenschaftlicher Studien anwenden, darunter systematische Übersichtsarbeiten und Primärdatenerhebungen, sowohl qualitativ als auch quantitativn. Wir werden ausgewählte Anwendungsfälle entwickeln, um Evaluierungsanforderungen zu identifizieren, zu verstehen, zu klären und zu organisieren. Die Forschung wird partizipatorisch sein und Zielgruppen und Interessenvertreter von Anfang an in die Konzeption der Forschung einbeziehen. Wir werden eng mit nationalen und internationalen Forscherinnen und Forschern aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen sowie mit Entwicklern, Nutzern und Akteuren des öffentlichen Gesundheitswesens (z.B. Leistungserbringern im Gesundheitswesen) zusammenarbeiten und Arbeiten aus dem gesamten Leibniz-WissenschaftsCampus Digital Public Health Bremen integrieren. Unsere Ergebnisse werden sowohl über wissenschaftliche Wege (hauptsächlich durch Open Access Publikationen) als auch über nutzerorientierte Leitfäden auf unserer Website veröffentlicht.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Forschungscluster 1.

Forschungscluster 2

Im Forschungscluster 2 „Bedarfsgerechte Public Health-Technologie“ werden wir uns darauf konzentrieren, zu verstehen, wie neuartige Technologien die individuellen und kommunalen Gesundheitsbedürfnisse unterstützen können. Wir werden uns in WP2 auf drei Hauptaspekte konzentrieren. Wir entwerfen, entwickeln und evaluieren zunächst neuartige Interfaces für Einzelpersonen und Gruppen, um Daten für digitale Public Health-Programme bereitzustellen. Darüber hinaus untersuchen wir neuartige automatische Ansätze zum Erkennen von Einflussfaktoren, die sich auf die öffentliche Gesundheit auswirken könnten. Dies ermöglicht es uns in einem dritten Schritt, neuartige, auf Prävention und Gesundheitsförderung zugeschnittene Lösungen für verschiedene Bevölkerungsgruppen bereitzustellen.

In allen Aspekten werden wir einen User-Centered-Design-Ansatz (UCD) verfolgen, da wir der Ansicht sind, dass die Bedürfnisse der Benutzer der Schlüssel zur Entwicklung erfolgreicher digitaler Interventionen im Bereich der öffentlichen Gesundheit sind. Dies umfasst, ohne darauf beschränkt zu sein, Iterationen zwischen theoretischer Reflexion, dem Erstellen von Prototypen und formellen und informellen Tests mit Benutzern. Innerhalb eines jeden Jahres planen wir mehrere Iterationen, in denen theoretische Fragen verwendet werden, um Prototypen zu entwerfen, die die Theorien testen und untersuchen. Sie sollen durch Reflexion empirischer Beobachtungen entstehen. Auf diese Weise wollen wir ein tiefes Verständnis für die Bedürfnisse, Interessen und Perspektiven der Nutzer in Bezug auf digitale Technologien für Public Health erlangen

Beispielhafte Forschung in diesem Bereich wird formative Forschung mit konzeptioneller Arbeit zu digitaler Innovation verbinden, um implizite Bedürfnisse zu identifizieren, die über den bewussten Bereich von Einzel- und Gemeinschaftsnutzern sowie Interessengruppen im Bereich der öffentlichen Gesundheit hinausgehen. Experten sind unter anderem Wolfang Ahrens, Ingrid Darmann-Finck, Ulrike Haug, Heinz Rothgang, Johannes Schöning, Tanja Schultz, Karin Wolf-Ostermann und Hajo Zeeb.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Forschungscluster 2.

Forschungscluster 3

Forschungscluster 3 wird Strategien bereitstellen, wie digitale Interventionen im Bereich der öffentlichen Gesundheit, die verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen ansprechen, evaluieren und die Ergebnisse in einem umfassenden Rahmen zur Verfügung gestellt werden können. Um den Erfolg digitaler Public-Health-Interventionen zu messen, identifiziert der Cluster relevante kurz- und langfristige Ergebnisse (physisch, psychisch, sozial, wirtschaftlich und ökologisch), um die Verbesserung der öffentlichen Gesundheit darzustellen. Teil dieser Arbeit ist auch die Erforschung und Anwendung neuer Studiendesigns und Methoden, die den iterativen Charakter digitaler Public-Health-Interventionen und kontinuierlicher Datenerhebung berücksichtigen. Darüber hinaus untersucht der Cluster Faktoren, die eine erfolgreiche Umsetzung digitaler Interventionen unterstützen oder behindern. Unter Berücksichtigung der Möglichkeiten, die digitale Kluft zu überwinden, arbeitet der Forschungscluster an inklusiven digitalen Interventionsdesigns im Bereich der öffentlichen Gesundheit, die die Perspektive der Interventionsempfänger berücksichtigen und helfen, deren spezifische Bedürfnisse zu verstehen, mit dem Ziel, bedarfsgerechte Interventionen zu entwickeln, die auch die gesundheitliche Ungleichheit verringern. Schließlich zielt der Cluster darauf ab, Empfehlungen für Entwickler, Nutzer, Forscher und politische Entscheidungsträger gleichermaßen bereitzustellen, um die künftige Bewertung digitaler Interventionen im Bereich der öffentlichen Gesundheit anzuleiten.

Der Cluster verfolgt diese Ziele, indem er verschiedene Arten wissenschaftlicher Studien plant und durchführt, darunter systematische Übersichtsarbeiten und Primärdatenerhebung, sowohl qualitativ als auch quantitativ, sowie neu entwickelte Methoden. Er wird ausgewählte Anwendungsfälle entwickeln, da diese als adäquate Methode zur Identifizierung, zum Verständnis, zur Klärung und zur Organisation von Evaluierungsanforderungen angesehen werden. Die Forschung wird partizipatorisch sein und Zielgruppen und Interessengruppen von Anfang an in die Konzeptualisierung der Forschung einbeziehen. Wir werden den Austausch mit den anderen Forschungsclustern und mit nationalen und internationalen Forschern aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen sowie mit Entwicklern, Anwendern und Akteuren des öffentlichen Gesundheitswesens (z.B. Gesundheitsdienstleistern) suchen. Der Cluster wird gemeinsam an Konferenzbeiträgen, wissenschaftlichen Publikationen, Förderungsanträgen und Formaten arbeiten, um seine Ideen und Ergebnisse mit der Öffentlichkeit zu diskutieren.

Sein Zweck ist es, die öffentliche Gesundheit voranzubringen und zum allgemeinen Fortschritt der digitalen Gesundheits- und Evaluationsforschung beizutragen, um die Effektivität, Effizienz und Gerechtigkeit im Gesundheitswesen zu verbessern.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Forschungscluster 3.

Forschungscluster 4

Forschungscluster 4 (RC4) zu Transfer und Partizipation in der digitalen öffentlichen Gesundheit wird Formate, Methoden und Strategien entwickeln, die auf die inter- und transdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Interessengruppen in Wissenschaft und Gesellschaft im Bereich der digitalen öffentlichen Gesundheit ausgerichtet sind. Zu diesem Zweck konzentriert sich der Cluster einerseits auf die Erforschung, Gestaltung, Umsetzung und Bewertung von digital ermöglichten partizipatorischen Ansätzen zur Erleichterung der wechselseitigen Interaktion und Wissenskoproduktion zwischen Akademikern, Praktikern und Bürgern im Bereich der Forschung zur städtischen Gesundheitsüberwachung und gesunden Stadtentwicklung. Auf der anderen Seite untersucht der Cluster den Einsatz digitaler Technologien im Bereich der öffentlichen Gesundheit in der Praxis durch die Integration unterschiedlichen Wissens, das durch innovative partizipatorische Ansätze ermöglicht wird. Um die digitale Kluft zwischen verschiedenen sozioökonomischen Gruppen zu überwinden, untersucht der Cluster nicht nur die Rolle partizipatorischer Methoden, sondern experimentiert auch mit verschiedenen partizipatorischen Methoden, die es ermöglichen, verschiedene Gruppen mit digitalen Interventionen im Bereich der öffentlichen Gesundheit zu erreichen. Um die Gerechtigkeitsperspektive anzusprechen, fragt der Cluster nach verschiedenen Determinanten für die Einbeziehung schwer erreichbarer Bevölkerungsgruppen und erwägt die frühzeitige Einbeziehung der Gemeinschaft mit ihrem lokal eingebetteten Wissen in die Gestaltung und Umsetzung der Forschung. Daher liefert der Cluster sowohl konzeptuelle als auch praxisorientierte Erkenntnisse über die Nutzung von (digital ermöglichten) partizipativen Ansätzen zur Überbrückung bestehender Lücken zwischen Forschung, Praxis und Alltag sowie zur Integration verschiedener Wissensformen von Akademikern, Praktikern, politischen Entscheidungsträgern, Entwicklern und superdiversen Bürgern in die kooperative Public-Health-Forschung.

Der Cluster plant, seine Ziele durch verschiedene wissenschaftliche Studien und Forschungsprojekte zu erreichen. Diese Studien umfassen sowohl systematische Übersichtsarbeiten als auch transdisziplinäre und gemeindebasierte Forschung. Es werden sowohl qualitative als auch quantitative Methoden der Datenerhebung und -analyse eingesetzt, um Erkenntnisse über die Anwendung von digital ermöglichten partizipatorischen Methoden in diesen Studien zu gewinnen. Eine Gesamtmethodik des Clusters umfasst die konzeptionelle Arbeit an digital ermöglichten partizipatorischen Ansätzen, die Entwicklung von (digitalen) Methoden und Werkzeugen zur Durchführung von kooperativer und partizipatorischer Forschung, die Umsetzung des Ansatzes und die Auswertung der Ergebnisse. In dieser Hinsicht sieht der Cluster den Austausch von Wissen und Expertise aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen, Forschungsclustern von LSC Digital Public Health, nationalen und internationalen Akademikern, Praktikern aus verschiedenen Sektoren sowie Bürgern vor. Dieser Austausch soll in verschiedenen Formen und Formaten stattfinden, wie z.B. Workshops, gemeinsame Zuschussanträge und Forschungsprojekte, wissenschaftliche Konferenzen und Publikationen. Der Cluster wird das "Living Lab"-Konzept oder ähnliche Formate nutzen, um die Einbeziehung verschiedener Interessengruppen, einschließlich der Gemeinschaft, als Koproduzenten von Wissen während des gesamten Forschungsprozesses, vom Entwurf der Forschungsfragen über die Durchführung von Analysen bis hin zur Interpretation der Ergebnisse, zu gewährleisten.

Forschungscluster 4 will die Entwicklung und Nutzung von digital ermöglichten partizipativen Methoden und Ansätzen zur Erleichterung der inter- und transdisziplinären Zusammenarbeit stärken und den Einsatz digitaler Technologien im Gesundheitswesen in der Praxis verstehen. Auf diese Weise will der Cluster die Gesundheitsgerechtigkeit durch die Förderung eines sinnvollen Engagements und der Wissensintegration verschiedener Interessengruppen, einschließlich der Bürger, in gesundheitsbezogene Planungs- und Entscheidungsprozesse verbessern.
 
Hier finden Sie weitere Informationen zum Forschungscluster 4.