< Aspects and Challenges of Digital Public Health
09.01.2020 21:45 Alter: 42 days

Feierliche Eröffnung des Leibniz-WissenschaftsCampus Digital Public Health


Prof. Dr. Veronika von Messling, Leiterin der Abteilung 6 „Lebenswissenschaften“ im Bundesministerium für Bildung und Forschung, sagte: „Um die Chancen der Digitalisierung für den Bereich Public Health bestmöglich nutzen und zugleich Herausforderungen erkennen zu können, brauchen wir qualitativ hochwertige, anwendungsorientierte und interdisziplinäre Forschungsansätze."

Heute Abend fand im Bremer Überseemuseum die feierliche Eröffnung des Leibniz-WissenschaftsCampus Digital Public Health statt. Das Forschungsnetzwerk soll in den kommenden Jahren den Einfluss der Digitalisierung auf die Gesundheitsförderung und Vorsorge erforschen.

Die Digitalisierung ordnet unsere Gesellschaft neu – auch in Bezug auf Gesundheit. Ob Bewegungs-Apps, Ernährungsprogramme via Smartphone oder vernetzte Pillenboxen: Digitale Technologien machen es möglich, eine Vielzahl von Menschen schnell und kostengünstig zu erreichen. Dies kann zu nützlichen Anwendungen führen, aber auch zu Technologien, die den Anforderungen evidenzbasierter Public Health nicht genügen und neue ethische, soziokulturelle und gerechtigkeitsbezogene Herausforderungen schaffen. Um diese Phänomene zu untersuchen, geht in Bremen der neue Leibniz-WissenschaftsCampus Digital Public Health an den Start.

„Wir wollen erforschen, wie das Verhältnis zwischen Technik und direktem zwischenmenschlichen Austausch in der Prävention gestaltet sein sollte und was Bürgerinnen und Bürger von der Digitalisierung für ihre Gesundheit erwarten. Darauf aufbauend werden wir mit unseren Partnern ganz neue Konzepte zur Digitalisierung in Public Health entwickeln“, umriss Prof. Dr. Hajo Zeeb die Forschungspläne des Netzwerks in seiner Begrüßungsrede. Zeeb ist Sprecher des Leibniz-WissenschaftsCampus Digital Public Health und Leiter der Abteilung Prävention und Evaluation am Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS.

Die Senatorin für Wissenschaft und Häfen, Dr. Claudia Schilling, sieht den Leibniz-WissenschaftsCampus Digital Public Health als großen Gewinn für die Bremer Wissenschaftslandschaft. Sie betonte: „Das Konzept des Leibniz-WissenschaftsCampus passt hervorragend zu der mit dem Wissenschaftsplan des Landes verfolgten Strategie einer engen Kooperation und Vernetzung inner- und außeruniversitärer Forschung in Bremen. Die im Forschungs- und Transferschwerpunkt Gesundheitswissenschaften bereits entwickelte intensive Kooperation zwischen der Universität Bremen, dem Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS sowie dem Fraunhofer-Institut für Digitale Medizin MEVIS wird durch den Leibniz-WissenschaftsCampus weiter gestärkt und auf eine institutionalisierte Stufe gehoben. Der Standort Bremen ist schon heute einer der stärksten Public Health-Forschungs- und Lehrstandorte in Deutschland, mit einem Bachelor- und vier Masterstudiengängen sowie einer Doktorandenausbildung und insgesamt etwa 1000 Studierenden in diesem Bereich. Ich freue mich sehr, dass mit der vom Leibniz WissenschaftsCampus bearbeiteten Fragestellung Bremen jetzt auch in dem innovativen und hochrelevanten Forschungsfeld der Digitalisierung von Gesundheitsangeboten eine Vorreiterrolle einnehmen kann. “

Prof. Dr. Bernd Scholz-Reiter, Rektor der Universität Bremen, führte an: „Der Leibniz-Wissenschaftscampus Digital Public Health bestätigt noch einmal die sehr gute Kooperation des Wissenschaftsschwerpunkts Gesundheitswissenschaften der Universität Bremen. Die Kooperationspartner BIPS, MEVIS und Universität Bremen arbeiten nicht nur in diesem Rahmen eng zusammen, sondern auch in der U Bremen Research Alliance. An diesen Beispielen zeigt sich: Vernetzung und interdisziplinäres Zusammenarbeiten führt zu exzellenten Möglichkeiten für die Weiterentwicklung der Wissenschaft.“

Prof. Dr. Veronika von Messling, Leiterin der Abteilung 6 „Lebenswissenschaften“ im Bundesministerium für Bildung und Forschung, sagte: „Um die Chancen der Digitalisierung für den Bereich Public Health bestmöglich nutzen und zugleich Herausforderungen erkennen zu können, brauchen wir qualitativ hochwertige, anwendungsorientierte und interdisziplinäre Forschungsansätze. Der Leibniz WissenschaftsCampus Digital Public Health unter der Federführung des Leibniz-Instituts für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS macht einen solchen Ansatz möglich: Expertinnen und Experten mit unterschiedlichen Perspektiven erforschen hier in enger Zusammenarbeit, wie digitale Technologien die Prävention und Gesundheitsförderung in Deutschland künftig wirkungsvoll verbessern können.“

Prof. Dr. Matthias Beller, Vizepräsident der Leibniz-Gemeinschaft, lobte die Vernetzungsleistung des Campus: „Der neue Leibniz-WissenschaftsCampus Digital Public Health ermöglicht es dem BIPS, der Universität Bremen und weiteren Forschungseinrichtungen auf einem hochaktuellen, gesellschaftlich relevanten Gebiet fokussiert in der Region zusammenzuarbeiten. Durch diese Partnerschaft wird ein exzellentes Netzwerk vor Ort geschaffen, das den Großraum Bremen zu einem international führenden Standort auf diesem Gebiet macht. “

Hintergrund Leibniz-WissenschaftsCampi

Das Modell der Leibniz-WissenschaftsCampi ist die Antwort der Leibniz-Gemeinschaft auf das oft bemängelte Nebeneinander von universitärer und außeruniversitärer Forschung („Versäulung“) im deutschen Forschungssystem. Im Leibniz-WissenschaftsCampus Digital Public Health kooperieren das Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS, das Fraunhofer-Institut für Digitale Medizin MEVIS und die Universität Bremen. Aktuell werden bundesweit 23 Leibniz-WissenschaftsCampi gefördert.

Leibniz-WissenschaftsCampi ermöglichen Leibniz-Einrichtungen und Hochschulen eine thematisch fokussierte Zusammenarbeit im Sinne einer gleichberechtigten, komplementären, regionalen Partnerschaft. Ziel ist es, Netzwerke zu schaffen, um den jeweiligen Forschungsbereich weiter zu entwickeln und das wissenschaftliche Umfeld für diese Thematik zu stärken.

Die Netzwerke betreiben strategische Forschung, befördern Interdisziplinarität in Themen, Projekten und Methoden, machen den jeweiligen Standort sichtbar und stärken sein Forschungsprofil. Die Förderung umfasst zunächst vier, bei positiver Zwischenbegutachtung maximal 8 Jahre. Finanziert werden die Leibniz-WissenschaftsCampi zu je gleichen Teilen von der Leibniz-Gemeinschaft, dem jeweiligen Bundesland bzw. der beteiligten Universität und der Leibniz-Einrichtung.          

Das BIPS – Gesundheitsforschung im Dienste des Menschen

Die Bevölkerung steht im Zentrum unserer Forschung. Als epidemiologisches Forschungsinstitut sehen wir unsere Aufgabe darin, Ursachen für Gesundheitsstörungen zu erkennen und neue Konzepte zur Vorbeugung von Krankheiten zu entwickeln. Unsere Forschung liefert Grundlagen für gesellschaftliche Entscheidungen. Sie informiert die Bevölkerung über Gesundheitsrisiken und trägt zu einer gesunden Lebensumwelt bei.

Das BIPS ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, zu der 96 selbstständige Forschungseinrichtungen gehören. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 20.000 Personen, darunter 10.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,9 Milliarden Euro.

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