ECRA Mitglied Koren Rodriguez

"In Deutschland zeigen Studien, dass die allgemeine Gesundheitskompetenz unter Migranten niedrig zu sein scheint, jedoch gibt es bisher wenig differenzierte Informationen über die digitale Gesundheitskompetenz in dieser Gruppe."

Die weltweiten Migrationsraten sind so hoch wie nie zuvor, und Millionen von Migranten wurden zwangsumgesiedelt. Migration ist eine komplexe Angelegenheit mit vielen Ebenen, die während der Durchreise und nach der Ankunft in den Aufnahmeländern bewältigt werden müssen, einschließlich der Gesundheitsversorgung. Weitere Forschung ist notwendig, um zu verstehen, was die digitalen Gesundheitsfähigkeiten von Migranten beeinflusst.

Mein Forschungsziel ist es, den Bedarf an digitaler Gesundheitskompetenz in der in Deutschland lebenden Migrantenbevölkerung aus Afghanistan, Nordafrika und Syrien zu erforschen und herauszufinden, ob dieser Bedarf unverhältnismäßig stark von soziodemografischen Faktoren, dem Umfeld, dem die Menschen ausgesetzt sind, oder dem Grad des Vertrauens in Gesundheitsinformationsquellen beeinflusst wird. Meine Forschung zielt auch darauf ab, die Überwachung der Umsetzung und die Auswirkungen auf digitale Gesundheitsinterventionen zu untersuchen.

Forschungsdesign

Phase I
Es wird ein Scoping Review durchgeführt, bei dem relevante Literatur zur digitalen Gesundheitskompetenz, zur Entwicklung der digitalen Kompetenz in verschiedenen Umgebungen und zum Vertrauen in Gesundheitsinformationsquellen bei Migranten im Alter von 18-65 Jahren mit einem Schwerpunkt auf der deutschen Situation, aber nicht nur darauf, berücksichtigt wird. Parallel dazu wird eine Bedarfsanalyse für die Teilnehmer der Fokusgruppen durchgeführt, um ein besseres Verständnis der subjektiven Bedürfnisse dieser Gruppe in Bezug auf die digitale Gesundheitskompetenz zu erhalten.

Phase II
Nach dem Sammeln von Daten durch den Scoping Review und die Fokusgruppen wird eine evidenzbasierte 
partizipative Intervention entwickelt werden, um die digitale Gesundheitskompetenz der 
Migrationsbevölkerung in Deutschland zu erhöhen. Bei der vorgeschlagenen Intervention handelt es sich um eine App oder ein E-Learning-Programm, das die digitale Gesundheitskompetenz erhöhen und die digitale Kluft verringern soll. Nach Abschluss der Intervention wird eine Machbarkeitsstudie durchgeführt, um festzustellen, ob und bei wem die Intervention funktioniert. Durch die Überwachung der Umsetzung können wir Umsetzungsfehler erkennen und die notwendigen Korrekturen vornehmen, damit die Interventionen wie beabsichtigt eingesetzt werden.

Koren Rodriguez-Linares, MPH

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