ECRA Member Maham Saleem:

"Die Belastung durch psychische Störungen ist viel höher als geschätzt, und diese kann sicherlich durch maßgeschneiderte digitale Interventionen zur Förderung und Behandlung der psychischen Gesundheit verringert werden."

ERFORSCHUNG VON STRATEGIEN ZUR STEIGERUNG DES ENGAGEMENTS BEI DIGITALEN INTERVENTIONEN FÜR PSYCHISCHES WOHLBEFINDEN

Die Förderung der psychischen Gesundheit und des Wohlbefindens ist aufgrund der hohen Prävalenz von Depressionen, Angstzuständen und anderen psychischen Störungen eine globale Herausforderung für die öffentliche Gesundheit. Psychische Erkrankungen machen mindestens 32,4 % der globalen Krankheitslast aus und sind mit hohen Kosten für den Einzelnen und die Gesellschaft verbunden. Primär- und Sekundärprävention im Gesundheitswesen bedeutet, vor dem Auftreten von Krankheiten und Symptomen bzw. bei frühem Auftreten von Krankheiten zu intervenieren und diese zu verhindern. Die Forschung hat gezeigt, dass Maßnahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit und zur Primärprävention, die sich an Risikogruppen richten, kosteneffektiv und vorteilhaft sind. Digitale Technologien zur Förderung des psychischen Wohlbefindens haben sich in randomisierten kontrollierten Studien als wirksam und kosteneffektiv erwiesen. Digitale Gesundheitsinterventionen können definiert werden als "Interventionen, die Informationen, Unterstützung oder Therapie (emotional, entscheidungsorientiert, verhaltensbezogen und neurokognitiv) für die körperliche und/oder geistige Gesundheit über eine technologische oder digitale Plattform (z. B. Website, Computer, Mobiltelefonanwendung (App), SMS, E-Mail, Videokonferenz, tragbares Gerät) anbieten". Digitale Interventionen bieten eine Lösung, um dem hohen Bedarf an Förderung der psychischen Gesundheit gerecht zu werden, vor allem wenn der physische Kontakt eingeschränkt oder die Erreichbarkeit nicht gegeben ist. Das Engagement bei digitalen Interventionen ist entscheidend für deren Wirksamkeit, jedoch ist es eine Herausforderung, das Engagement der Nutzer während der gesamten Intervention aufrechtzuerhalten. Es bleibt unklar, welche Strategien das Engagement bei digitalen Interventionen zur Förderung der psychischen Gesundheit erleichtern.

Ein Scoping Review wurde durchgeführt, um die folgende Frage zu beantworten: Welche Strategien gibt es, um das Engagement der Nutzer bei digitalen Interventionen zur Förderung der psychischen Gesundheit zu erleichtern? Die Suche wurde in sieben elektronischen Datenbanken von Inception bis April 2020 durchgeführt, ohne Sprach- oder Publikationsartbeschränkungen, unter Verwendung von drei Hauptsuchbegriffen: digitale Intervention AND (Förderung der psychischen Gesundheit OR Engagement) in Titeln/Abstracts. Insgesamt wurden 2766 Studien identifiziert, wobei k = 16 Studien die Einschlusskriterien erfüllten. Die Daten wurden wie folgt kodiert: Studiencharakteristika (Zitat, Design, Land der Datenerhebung), digitale Intervention (Typ, Engagement-Strategie) und Evaluation der Engagement-Strategie (Methode und Ergebnis, das angibt, ob die Strategie bei der Förderung des Engagements effektiv war) und Merkmale des Engagements (Usability-Maßnahmen und subjektive Maße).

Das Ergebnis des Projekts erläutert im Detail eine Reihe von Strategien für digitale Interventionen zur Förderung der psychischen Gesundheit, um ein effektives Engagement der Nutzer mit diesen Technologien zu erreichen.

Kontakt:
Maham Saleem
Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS
Achterstraße 30
28359 Bremen
Tel +49 421 218 56 923
Email: saleem@leibniz-bips.de
www.leibniz-bips.de

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