ECRA Mitglied Tina Jahnel:

"Unser Ziel ist es, einen Rahmen von Kernprinzipien und Prioritäten für die Nutzung und Bewertung von digitalen Public-Health-Interventionen zu entwickeln, der für verschiedene digitale Gesundheitsinterventionen und Stakeholdergruppen nützlich sein kann."

Mit dem Aufkommen digitaler Gesundheitstechnologien gibt es scheinbar unendliche Möglichkeiten für neue Wege zur Verbesserung der öffentlichen Gesundheit, insbesondere zur Gesundheitsförderung und Prävention und zum Abbau gesundheitlicher Ungleichheiten durch einen leichteren Zugang zur Gesundheitsversorgung. Infolgedessen gibt es heute eine Fülle von digitalen Technologien, die zur Verbesserung der Gesundheit des Einzelnen und der Bevölkerung entwickelt wurden. Obwohl digitale Gesundheitstechnologien das Potenzial haben, die öffentliche Gesundheit zu verbessern, wird ihre Entwicklung zumeist von technologischen Fortschritten und Geschäftsmöglichkeiten angetrieben und nicht von den Herausforderungen der öffentlichen Gesundheit und den Bedürfnissen der Nutzer. Daher werden bei der Planung und Bewertung von Maßnahmen im Bereich der digitalen Gesundheit in der Regel keine Aspekte der öffentlichen Gesundheit berücksichtigt.

Um den Wert und die Wirkung digitaler Tools für die öffentliche Gesundheit zu verbessern, ist es wichtig, die Schlüsselelemente zu verstehen, die bei der Entwicklung und Bewertung von digitalen Gesundheitsmaßnahmen berücksichtigt werden müssen. Obwohl es bereits daten- und technologiegetriebene Rahmenwerke und Modelle für die Entwicklung und Evaluierung digitaler Gesundheitstechnologien gibt, fehlt noch ein Rahmenwerk aus der Perspektive der öffentlichen Gesundheit. Insbesondere muss noch ein umfassender Rahmen entwickelt werden, der die Komplexität, wie digitale Werkzeuge die Gesundheit auf individueller, organisatorischer und gesellschaftlicher Ebene beeinflussen können, in den Kontext der Entwicklung und Bewertung digitaler Gesundheitswerkzeuge stellt.

Ohne eine Public-Health-Perspektive, die einen bedarfsgerechten Ansatz für digitale Gesundheitstechnologien einschließt, riskieren wir die Verbreitung von minderwertigen Tools, die ineffektiv und belastend sind und sowohl die Qualität als auch die Effizienz digitaler Gesundheitsinterventionen für Prävention und Gesundheitsförderung verringern. Darüber hinaus kann die fehlende Einbeziehung der Public-Health-Perspektive in die Planung und Bewertung digitaler Gesundheitstechnologien zu negativen Auswirkungen auf die gesundheitliche Chancengleichheit führen. Daher ist eine systematische Betrachtung der verschiedenen Ebenen, auf denen digitale Gesundheitsinterventionen wirken (z. B. individuell, organisatorisch, gesellschaftlich) und des Kontexts, in den sie eingebettet sind (z. B. geografisch, epidemiologisch, soziokulturell, sozioökonomisch, ethisch, rechtlich, technologisch und politisch), erforderlich. Darüber hinaus betrachten wir digitale Gesundheitsinterventionen durch eine Health-Equity-Linse und erkennen ihr Potenzial für sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf gesundheitliche Ungleichheiten an.

Basierend auf den Erkenntnissen früherer Rahmenwerke für die Entwicklung und Evaluierung digitaler Gesundheitstechnologien ist es unser Ziel, ein Rahmenwerk mit Kernprinzipien und Prioritäten für den Einsatz und die Bewertung digitaler Public-Health-Interventionen zu entwickeln, das für verschiedene digitale Gesundheitsinterventionen und Stakeholdergruppen nützlich sein kann. Darüber hinaus werden wir ein Klassifizierungsschema für digitale Public-Health-Tools entwickeln, das auf wesentlichen Public-Health-Funktionen basiert. Wir tragen der sich ständig weiterentwickelnden digitalen Welt und den Möglichkeiten für neue digitale Gesundheitsinterventionen Rechnung, indem wir den Rahmen kontinuierlich überarbeiten, wenn sich die digitale Zukunft abzeichnet.

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